Hintergrund

Allgemeines

Der Sozialdiakonische Dienst der Propstei Schöppenstedt (SDD) ist ein Pilotprojekt der Ev.-luth. Landeskirche in Braunschweig. Der SDD setzt sich inhaltlich aus 2 Begriffen zusammen: Sozial und Diakonie. Diakonie ist schon von jeher die christliche, kirchliche Sozialarbeit gewesen. Wenn hier nun ein neues Wort geschaffen wurde, soll es ausdrücken, dass bewusst die ausschließlich kirchliche Sozialarbeit (die aber auch schon immer auch Ausstrahlung über die Grenzen der Kirche hinaus hatte) verlassen wird um sich gezielt und verstärkt der allgemeinen, gesellschaftlichen, übergreifenden Sozialarbeit (dennoch mit bewusst diakonischen, christlichen Ansatz) gewidmet wird.

Entstehung und Entwicklung

Der SDD ist entstanden, als im Oktober 2004 die Landeskirche auf Grund von notwendig gewordenen Sparmaßnahmen fast alle ihre übergemeindlichen Dienste ganz oder teilweise eingestellt oder stark reduziert hat. Da betriebliche Kündigungen nicht sein sollten, wurden die Verwaltungsangestellten innerhalb der Verwaltung umgesetzt. Amts- oder AbteilungsleiterInnen (PfarrerInnen) gingen teilweise in (Sonder-) Pfarrämter. Nach diesem Prozess blieben zwei Fachreferenten übrig für die (bis zu ihrem Ruhestand) neue Stellen als Pilotprojekte geschaffen wurden. Es entstand der Sozialdiakonische Dienst der Propstei Wolfenbüttel und der Sozialdiakonische Dienst der Propstei Schöppenstedt, die jeweils mit ihren Arbeitsbereichen auf die jeweilige Propsteisituation und auf die persönliche Kompetenz zugeschnitten wurden. So entstanden in Schöppenstedt und Wolfenbüttel zwei sehr unterschiedliche Sozialdiakonische Dienste. So gibt es in ca. vierteljährlichen Abständen Koordinierungsgespräche mit den beiden Mitarbeitern und mit Propst Schade (Propstei Wolfenbüttel) und Pröpstin Merz (Propstei Schöppenstedt).

In der Propstei Schöppenstedt stellt sich der SDD wie folgt mit sechs Arbeitsfeldern dar:

  1. Alltagshilfen (Vermittlung von Hilfesuchenden und Helfern)
  2. Arbeit mit und für Arbeitslose (Arbeit mit und für Arbeitslose in unterschiedlichen Situationen)
  3. Ruhestands-/Seniorenarbeit (allgemeine und geschlechtsspezifische Seniorenarbeit)
  4. Männerarbeit (Arbeit mit und für Männer. Thematische Gruppen- und Projektangebote)
  5. Mittelstand und Industrie (Informationsaustausch in allgemeinen und sozialen Fragen)
  6. Ökumene und Partnerschaftsarbeit (Ökumene vor Ort und Partnerschaftsarbeit mit Belarus/Weißrussland)


Nach einem guten Start in 2005 war 2006 das Jahr, in dem entscheidende Eckpunkte der zukünftigen Arbeit gesetzt wurden. In 2007 wurden punktuell neue Projekte hinzugefügt. Manche Projekte haben sich im Schwerpunkt verlagert oder aber auch stabilisiert. Inzwischen hat sich der Schwerpunkt eindeutig in die Richtung Arbeit mit und für Arbeitslose verlagert. Der Propstei-Vorstand und der Propstei-Diakonie-Ausschuss sind Gremien die auf je ihre eigene Weise den SDD begleiten und beraten.


Ein weiterer, wichtiger Grund das soziale Angebot für Schöppenstedt und Umgebung auszuweiten liegt darin, dass die Arbeitslosigkeit im Landkreis Wolfenbüttel an zweiter Stelle nach der Stadt Wolfenbüttel in der Samtgemeinde Schöppenstedt am höchsten ist. Neben anderen bereits vorhandenen sozialen Einrichtungen konnte mit dem Sozialdiakonischen Dienst der Propstei Schöppenstedt (ab 2005) das sozial-diakonische Angebot der Evangelischen Kirche erweitert werden.

Hier entstand im Bereich der Arbeitslosenhilfe:

  • - das Internetcafe,
  • - 10 Planstellen für „Arbeitsgelegenheiten"  (inZusammenarbeit    mit ARGE/Zukunftsfabrik)
  • - die Schöppenstedter Tafel
  • - Schöppenstedter Mittagstreff (AWO - Begegnungsstätte Freitags 12-13 h; Mehrgenerationenhaus Mittwochs 13-14 h.) Kleider- und Spielzeugstube

Die Schöppenstedter Tafel und der Schöppenstedter Mittagstreff sowie die Kleider- und Spielzeugstube werden in guter Kooperation mit der AWO-Ortsverein Schöppenstedt geführt. Die Schöppenstedter Tafel und der Schöppenstedter Mittagstreff arbeiten seit Juni 2006 und haben Erfahrungen im Umgang mit den unterschiedlich strukturierten, sozial-schwachen Menschen. Diese Arbeit gibt aber auch einen Einblick in die Situation dieser Menschen die mit ALG II (oder weniger, oder knapp darüber) auskommen müssen.

Was sich als sinnvoll und notwendig abzeichnet, sind weitere soziale Angebote.Angedacht ist ein Sozialzentrum in dem langfristig gesehen mehrere Angebote an einem Platz zusammengeführt sind. Die langfristige Planung bezieht Möbel und Haushaltsgegenstände, eine Beratungsstelle, aber auch Aktionen für praktische Tätigkeiten (waschen, nähen, werkeln, reparieren) und eine Cafeteria, als Treffpunkt und als Möglichkeit für die Kunden die entstehenden Wartezeiten nicht bei Wind und Wetter im Freien verbringen zu müssen, mit ein.

Hier werden gebrauchte Kleidung, Spielzeug und Schulbedarf zu sehr günstigen Preisen (einer Art Schutzgebühr etc.) abgegeben.

Der Landkreis (Herr Möhlenkamp; Regiebetrieb Gebäudewirtschaft) hat 2 Räume (1 Lager / 1 Ausgabestelle) in der ehemaligen Realschule zur Verfügung gestellt mit der Option bei Bedarf weitere (noch freie oder freiwerdende) Räume zur Verfügung zu stellen. Auf eine reguläre Miete wird vom Landkreis verzichtet, so dass lediglich eine Nebenkosten-Pauschale von 1,50 € pro Quadratmeter / pro Monat (= bei den jetzt geplanten 2 Räumen 150 €) aufzubringen ist. Arbeitsaufwand/Arbeitsablauf: Die gespendete Ware muss angenommen (ggfls. abgeholt) werden und wird zunächst im Lagerraum deponiert.

Von hier aus wird die Ware begutachtet, evtl. gereinigt im Zweifel repariert oder aussortiert und vorsortiert. Von hier aus kommt die Ware in den Ausgaberaum, wo das Angebot gut sichtbar und geordnet im Regal liegt oder auf Kleiderständern hängt. ZJeweils Donnerstags von 17 - 19 Uhr wird die Spende angenommen, sortiert und für die Ausgabe vorbereitet. Die Ausgabestelle ist jeden DIenstag von 16 - 18 Uhr für die Kunden geöffnet. Veränderungen ergeben sich möglicher Weise im Laufe der Zeit. Personal: Neben der Geschäftsführung (Paul Koch) ist die Teamleitung der Schöppenstedter Tafel (Irene Koch) zunächst auch für diese Erweiterung der Tafel zuständig. Ehrenamtliche Mitarbeiter stehen zur Verfügung, es werden jedoch immer neue ehrenamtliche Mitarbeiter benötigt.

Die Möglichkeiten hier sog. Arbeitsgelegenheiten (1 €-Job) einzustellen, ist erst sinnvoll wenn sich eine wöchentliche Arbeitszeit von 20/30 Stunden vorhalten lassen. Von daher sind zunächst vor allem Ehrenamtliche gefragt, die sich zu festgelegten Zeiten zur Verfügung stellen. Ausgabemodalitäten: Neben den bisherigen „Tafelkunden" soll hier für einen weiteren Personenkreis, den Geringverdienern, die Möglichkeit geschaffen werden, preisgünstig an die Ware zu kommen. Ein „Verschenken" der Ware soll es genauso wenig geben (bzw. nur in Ausnahmefällen) wie einen offiziellen Einkauf. Wir wollen dem örtlichen Secound-Hand-Laden keine Konkurrenz machen. Es soll ein „Sozial-Laden" oder ein „Sozialzentrum" sein/bleiben. Es soll zunächst der Preis erzielt werden, der letztendlich alle entstehenden Kosten deckt, die im Zusammenhang mit der Kleider- und Spielzeugstube und mit den geplanten Erweiterungen entstehen. Wenn es gut geht könnte von hier aus auch die Schöppenstedter Tafel (mit sehr hohen Kosten) mitfinanziert werden. Sollte es ganz super laufen, könnte man dem Beispiel anderer, ähnlicher Einrichtungen folgen und eine Honorarkraft für die Beratungstätigkeit stundenweise bezahlen.

Paul Koch Geschäftsführung